Dez 22 2015

Neues Geländer nach
sechs Jahren Kampf

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© Mannheimer Morgen, Freitag, 18.12.2015

JUNGBUSCH: Teilsanierung der denkmalgeschützten Teufelsbrücke fast abgeschlossen / Bürgerinitiative halbwegs zufrieden

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Philipp

Gerne hätten Stadt und Rhein-Neckar-Hafengesellschaft (HGM) bereits zum Start des „Nachtwandel“-Kulturevents im Oktober die sanierte Teufelsbrücke am Verbindungskanal in historischem Erscheinungsbild der Öffentlichkeit präsentiert. Doch daraus wurde nichts, weil sich die Arbeiten verzögerten. Nun aber ist das neue Geländer an dem denkmalgeschützen Kleinod am Verbindungskanal im Jungbusch montiert. Und auch die Leuchten funktionieren einwandfrei, lautete die frohe Kunde aus dem Rathaus.

Maschinenhaus fehlt
„Wir sind jedenfalls froh und freuen uns, dass alles so gut aussieht“, berichtet Stadtplaner Klaus Elliger vom Abschluss eines zähen Kampfes zwischen HGM, Bürgern und der Stadt, der immerhin sechs Jahre andauerte. Zur Erinnerung: Die Teufelsbrücke verbindet seit 1870 den Jungbusch mit der Mühlauinsel. Die Brücke ist als Kulturdenkmal ausgewiesen und steht im Eigentum des Landes Baden-Württemberg, verwaltet von der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim (HGM). Nach Überlegungen der HGM 2009 sollten die Drehbrücke und das Maschinenhaus aufgrund des baulichen Zustandes zunächst abgerissen werden. Bürger und später auch die Stadt setzten sich dafür ein, dass das Kulturdenkmal erhalten bleibt. Die Hafengesellschaft verwarf daraufhin den Abriss, seitdem wartete man im Stadtteil auf eine Sanierung. Zumal: Stadt und Regierungspräsidium gaben bereits im September 2013 öffentlich bekannt, dass die Teufelsbrücke mit einem Zuschuss des Landes in Höhe von 100 000 Euro saniert werden könnte. Die denkmalrechtliche Genehmigung wurde aber erst Ende 2014 von der Stadt erteilt.

Die Sanierungsarbeiten begannen schließlich im Herbst 2015: Die auskragenden Gehwege wurden abgenommen, vier Lichtstelen gesetzt, Sandsteine saniert, das historisierende Geländer, das an den Zustand von 1880 (nicht an den von 1903) erinnert, aufgebaut. Das alles sei nun „gut gelungen und wertig ausgeführt“, findet Klaus Elliger und fügt hinzu: „Wieder ein guter Baustein für den Jungbusch, der das Ensemble am Verbindungskanal komplettiert“. Lediglich, was mit dem Drehwerk geschehe, sei noch offen. „Ansonsten ist die Sanierung abgeschlossen“, sagt Elliger.
Dass die Brücke komplett technisch ertüchtigt und die einzigartige Drehkonstruktion wieder in Gang gesetzt werden (geschätzte Kosten 900 000 Euro), das hatte sich indes die Bürgerinitiative „Rettet die Teufelsbrücke“ erhofft. Insgesamt sei aber „die jetzige Sparlösung“ durchaus ein Erfolg: Immerhin sei die Teufelsbrücke nicht abgerissen worden, sagt Sprecher Frank Maaß nach einer Besichtigung in dieser Woche, und hält fest: „Das wäre ohne die Initiative anders ausgegangen“.

Dass das marode Bauwerk überhaupt saniert wurde, ist für Maaß „ein städtebaulicher Gewinn, der nunmehr zu der Aufwertung des Verbindungskanals beiträgt“. Das neue Geländer sei „ein guter Mittelweg zwischen der Anlehnung an das historische Vorbild und einer modernen Ästhetik.“ Für die Initiative ist das Projekt aber nicht abgeschlossen: Sie fordert zumindest noch die Konservierung des Maschinenhauses und der Brückenmechanik sowie die Aufstellung einer Erläuterungstafel.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 18.12.2015

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sechs Jahren Kampf

Nov 28 2014

Teufelsbrücke wird saniert

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Die Stadt beantwortet die Anfrage der Initiative mit einer Presseerklärung:

28.11.2014
Denkmalrechtliche Genehmigung erteilt – Teufelsbrücke wird saniert

Die denkmalrechtliche Genehmigung zur Sanierung der Teufelsbrücke wurde durch den Fachbereich Baurecht und Denkmalschutz der Stadt Mannheim erteilt. Die Sanierung beinhaltet den Abbruch der Fußgängerwege und den Neubau des Brückengeländers. Die Arbeiten sollen 2015 durchgeführt werden.

Die Teufelsbrücke verbindet seit circa 1870 den Jungbusch mit der Mühlauinsel. Nach Überlegungen der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft (HGM) sollten die Drehbrücke und das dazugehörige Maschinenhaus aufgrund des baulichen Zustandes zunächst abgerissen werden. Die Stadt Mannheim und zahlreiche Bürger hatten sich daraufhin dafür eingesetzt, dass die denkmalgeschützte Brücke erhalten bleibt. „Nach langer Zeit der Diskussionen freut es mich, dass wir nun zu einer guten Lösung gekommen sind“, so Baubürgermeister Lothar Quast. Die Brücke im Hafengebiet soll wieder in ihren Ursprungszustand versetzt werden. Hierfür werden die nachträglich angebrachten seitlichen Fußgängergehwege zurückgebaut und ein Nachbau des ursprünglichen Geländers montiert. „Die geplanten Sanierungsmaßnahmen stellen das historische Erscheinungsbild der Brücke wieder her und gewährleisten auch zukünftig den Fortbestand des für Mannheim einzigartigen technischen Kulturdenkmals“, so Quast weiter.

Die Prüfung durch einen Spezialisten für Brückensanierungen hatte ergeben, dass die Brücke im Kern eine gute Substanz aufweist, aber die Fußgängerwege so nicht haltbar seien. Die Brücke über den Verbindungskanal, auf der seit einigen Jahren nur Fußgänger und Radfahrer queren können, wird wieder auf ihre ursprüngliche Breite zurückgebaut. Die angebauten Fußgängerwege werden abgetragen und ein Nachbau des ersten Geländers wird montiert. Nach der Sanierung bleibt auch weiterhin der Status eines Kulturdenkmals bestehen.

Josef Krah, Leiter des Fachbereichs Baurecht und Denkmalschutz zeigt sich beeindruckt vom Engagement der Bürger im Jungbusch: „Durch das große Engagement wurde die Denkmalschutzbehörde ganz klar unterstützt.“ Die Sanierung erfolgt einvernehmlich mit der HGM. „Dies ist eine gute Lösung, die mit der HGM, der Landesdenkmalpflege und dem Fachbereich Städtebau gefunden wurde“, ergänzt die städtische Denkmalpflegerin Dr. Monika Ryll.

Stadt Mannheim | Jan Krasko | Medienteam (Dezernat IV: Planung, Bauen, Verkehr und Sport) | Rathaus E5, 68159 Mannheim | Telefon: 0621 293-2917 | E-Mail: jan.krasko@mannheim.de

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Nov 27 2014

Noch keine Veränderung an der Teufelsbrücke

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Obwohl vor über einem Jahr zugesagt wurde, dass die Teufelsbrücke saniert wird und dass hierfür zumindest 100.000,- Euro aus Landesmitteln zur Verfügung stünden, hat sich bis heute nichts am Zustand verändert. Die Initiative hat daher mit Schreiben vom heutigen Tage beim Land, bei der Hafengesellschaft und bei der Stadt Mannheim nach dem Sachstand gefragt und um Durchführung der zugesagten Sanierung gebeten.

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Okt 23 2013

Rheinkolleg fordert Erhaltung der historischen Geländer

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In einem Brief (B-131022-Frank-Maass) vom 22.10.2013 teilt der Ehrenvorsitzende des Rheinkolleg e. V., Herr Prof. Dr.-Ing. E.h. Helmut Striffler, die Zustimmung zu der Stellungnahme der Initiative vom 25.09.2013 mit und fordert die Erhaltung der historischen Geländer.

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Okt 01 2013

Erklärung der Initiative zur Sanierung der Teufelsbrücke

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Sanierung der Teufelsbrücke

Am 24.09.2013 fand eine Informationsveranstaltung zur geplanten Sanierung der Teufelsbrücke statt. Seitens der Stadt Mannheim haben Herr Krah und Frau Dr. Ryll und seitens des Regierungspräsidiums Karlsruhe Herr Dr. Wentz die gegenwärtigen Planungen erläutert.

Die Hafengesellschaft Mannheim (HGM) hat die bisherigen Anträge zum Abriss der Teufelsbrücke und der Mühlauhubbrücke zurückgezogen. Nach einer Absprache zwischen Herrn Oberbürgermeister Dr. Kurz und Staatssekretär Rust aus Dezember 2012 soll der HGM gestattet werden, die seitlichen Fußgängerstege der Brücke abzubrechen. Das Land hat zugesagt, 100.000,- Euro für bauliche Maßnahmen bereit zu stellen. Wie nun erläutert wurde, sollen hiervon 70.000,- Euro für den Abriss der Stege und die Errichtung von neuen Geländern und lediglich 30.000,- Euro für Erhaltungsmaßnahmen verwendet werden. Die teilweise noch erhaltenen historischen Geländer sollen beseitigt werden. Das Maschinenhaus, bei dem die Decke eingestürzt ist, soll wieder verschlossen und die Drehmechanik der Brücke mit einem Korrosionsschutz versehen werden. Auf Anregung des Denkmalbeirates beabsichtigt die Stadt Mannheim, gestalterische Alternativen für die neuen Geländer in einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird seinerseits die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen an der Drehmechanik durch einen Konservator untersuchen lassen.

Die Initiative „Rettet die Teufelsbrücke“ begrüßt die grundsätzliche Entscheidung zum Erhalt von Teufels- und Mühlauhubbrücke. Zur Sanierung wird folgendes festgehalten:
• Es wird bedauert, dass die seitlichen Stege aufgrund der jahrzehntelang unterlassenen Pflege beseitigt werden müssen.
• Es wird gefordert, die noch erhaltenen historischen Jugendstilgeländer zu ergänzen, zumindest jedoch die noch vorhandenen Teile zu erhalten. Eine akzeptable Alternative könnte darin bestehen, Geländer nach historischem Vorbild anzufertigen. Reine Zweckgeländer wären dem Denkmal aber nicht angemessen.
• Es ist eine ansprechende und denkmalgerechte Beleuchtung herzustellen, z. B. auf den vorhandenen Sandsteinsockeln, auf denen früher Beleuchtung angebracht war.
• Die Bemessung des Budgets für die Sanierung ist unverständlich. Bei der Festlegung des Budgets wurde nicht von einer Kalkulation des Bedarfs einer denkmalgerechten Sanierung ausgegangen. Sondern der Betrag von 100.000,- Euro wurde rein politisch festgelegt. Der Umfang der finanzierbaren Sanierungsmaßnahmen richtet sich dann danach, was nach Abzug der Kosten für den Abbruch der Stege (70.000,- Euro) übrig bleibt. Dies wird der Bedeutung des Denkmals nicht gerecht.
• Es wird begrüßt, dass die Stadt Mannheim eine Machbarkeitsstudie beauftragen will. Es wird angeregt, diese um die Vorschläge der Initiative zu erweitern.
• Das Land ist aufzufordern, die für eine denkmalgerechte Sanierung notwendigen Mittel bereit zu stellen, auch wenn der Betrag von 30.000,- Euro überschritten werden sollte.
• Es wird angeregt, eine Zugänglichkeit und Erläuterung des Denkmals für die Öffentlichkeit herzustellen durch folgende Maßnahmen:
o Aufstellung einer erläuternden Tafel
o Einbau einer Metall-Treppe von der Fahrbahn zur Maschinenhaus-Plattform.
o Errichtung einer Absturzsicherung (Geländer) auf der Maschinenhaus-Plattform.
o Öffnung eines Teils der Holzwand nördlich unter dem Brückenträger im Bereich der Dreh-Mechanik, um einen Einblick in die Technik zu ermöglichen.
o Einbau einer Tür mit Glasfenster in das Maschinenhaus, um einen Einblick zu ermöglichen.
o Beleuchtung der Drehmechanik mit Zeitschaltuhr.
o Konservierung von Schleusentor und –mechanik.

Visualisierungen vom Jungbuschkünstler Alexander Bergmann in zwei Varianten (Variante1 und Variante2) fügen wir bei.

| eingetragen von F.Maaß

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